Wehrlos gegen Abmahnungen?

Vor kurzem habe ich den Artikel „Schwierige Gegenwehr Was tun bei unberechtigten Filesharing-Abmahnungen?“ in der c’t gelesen und mir ist beinahe die Kinnlade heruntergeklappt.

Wenn das alles so stimmt, kann man das in meinen Augen etwa so zusammenfassen:

  • Es gibt eine regelrechte Industrie, die IP-Adressen aus P2P-Netzen ermittelt, und daraufhin Abmahnungen verschickt
  • Die Fehlerquote der gesammelten IP-Adressen, d.h. IP-Adresse und Zeitpunkt der Teilnahme an Tauschbörsen, liegt gerne mal bei 50%, in Extremfällen sogar bis 90%
  • Logdateien auf Seiten der Verdächtigen werden nicht als Beweis anerkannt. Die erfahrungsgemäss oft fehlerhaften IP-Listen der Gegenseite anscheinend aber schon…
  • Rechteinhaber können Speicherfristen beim Provider verlängern lassen, bis sie ihre gewünschten Informationen haben. Im Anschluss werden die Daten gelöscht.
  • Wenn der Abgemahnte von seinem „Glück“ erfährt, hat sich die Gegenseite schon aufmunitioniert, er selbst kriegt keine Auskunft mehr vom Provider, die Daten sind ja bereits weg…

Das klingt in meinen Ohren ziemlich ungeheuerlich. Nicht nur, dass man aufgrund eines offenbar viel zu weit gefassten Netzes unschuldig abgemahnt werden kann, man hat im Fall, dass man betroffen ist, auch so gut wie keine Möglichkeit, aus der Misere herauszukommen. Das scheint mir fast schon in die Richtung „Lizenz zum Gelddrucken“ zu gehen.

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