Warum ich weiterhin bei echten Büchern bleibe

Ich habe ja seit etwas mehr als 2 Jahren einen eBook-Reader. Trotzdem kaufe ich fast allen Lesestoff noch auf Papier. Der Reader kommt dabei bisher meistens nur für fertige PDFs oder längere Artikel aus dem Netz zum Einsatz. Für letzteres nutze ich dabei häufiger http://readlists.com/, insbesondere, wenn ich mehrere Artikel zu einem ähnlichen Thema zusammenfassen will. Dass dort gleich ePubs rauskommen, ist sehr praktisch. Romane dagegen lese ich bisher ausschliesslich gedruckt.

Die Tage habe ich mich gefragt, warum das eigentlich so ist. Das letzte Buch war ein 910-Seiten Hardcover. Spätestens in der Wanne wird das nach einiger Zeit unhandlich 😉

Und ich glaube, ein nicht unerheblicher Grund ist folgender: auf dem eReader ist jedes Buch mehr oder weniger wie das andere. Auch wenn es total praktisch ist, nahezu alles immer dabei zu haben, und ich gar nicht so überzeugt bin, dass ich so auf das haptische Erlebnis abfahre, was viele eBook-Gegner gerne mal anführen. Es ist doch was anderes, ob der Speicher von so einem kleinen Gerät voll ist oder eine ganze Regalwand in der Wohnung.

Meine echten Bücher sind getrennt nach Romanen und Sachbüchern. Bücher einer Serie stehen nebeneinander. Bücher, die mir wichtig sind, stehen auf Augenhöhe. Der eher unwichtige Kram steht dann eher so weit oben oder unten, dass man ihn nicht so gut sieht und auch nicht so gut rankommt. Meine Tolkien-Bücher stehen nochmal separat zwischen den Buchstützen, die bei der ersten limited Box der Special Extended Edition dabei waren. Gelesene Bücher stehen aufrecht, ungelesene liegen auf einem Stapel, oft auch in der Reihenfolge, wie ich denke, dass ich sie mal lesen will.

Von daher denke ich, es kommt mir auch noch darauf an, mit den physikalischen Büchern etwas auszudrücken. Das geht nicht mit einer (lieblosen) Dateiliste oder einer Cover-Ansicht auf einem 5 Zoll Display, auf dem nicht mehr als eine Handvoll Buchdeckel gleichzeitig abgebildet werden können. Die Bücher geben dem Raum eine persönliche Note und ich kann Schwerpunkte setzen. Versuch das mal mit dem Bild auf dem Sperrbildschirm eines eReaders hinzubekommen.

P.S.: mit dem CD-Regal ist es eigentlich das gleiche 😉

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