Netflix vom Galaxy Tab A6 10.1 auf renkCast2 streamen

Mein TV ist nicht smart und vom Laptop per HDMI Kabel Netflix gucken finde ich recht hampelig, zumal es ein Gaming Laptop ist, bei dem auch gerne mal der Lüfter anspringt. Also dachte ich, ich springe mal bei Conrad rein und kaufe mir einen Streaming Stick, damit das bequem und ohne Kabel per Tablet vom Sofa aus geht.

Das war leider nicht so einfach, weil die „Anleitung“ vom Stick ein Witz und die zugehörige App „EZCast“ wenig intuitiv ist. Die Hilfen im Netz waren auch nicht sehr nützlich, da sowohl die Firmware für die Anzeige auf dem TV als auch die Screenshots der App bzw. der Android Settings sehr anders aussehen als meine Version. Daher hier mein Versuch, das etwas nachvollziehbarer zu dokumentieren:

  1. Den renkCast2 Stick anschließen, d.h.
    1. Stick in eine freie HDMI Buchse stecken
    2. Das mitgelieferte Kabel an Stick und Strom anschließen  (USB Buchse vom TV reichte nicht, es wurde noch ein USB Netzteil benötigt)
  2. TV einschalten und die richtige HDMI Quelle wählen
    1. Hier werden SSID und PSK angezeigt, mit denen man das Tablet mit dem WLAN des Sticks verbinden kann
    2. Außerdem wird ein QR Code angezeigt, über den man die EZCast App aus dem Playstore herunterladen kann. Das muss man spätestens jetzt tun.
  3. Als nächstes verbindet man das Tablet mit den auf dem TV angezeigten Zugangsdaten zum EZCast WLAN
  4. Jetzt startet man die EZCast App und wartet, bis diese sich mit dem Stick verbunden hat
    1. Hier sieht die App auf einem Tablet nun völlig anders aus als auf einem Smartphone,  wodurch die Hilfen im Netz kaum etwas bringen!
    2. Nun starten wir die Funktion „EZMirror“, damit der Bildschirm des Galaxy Tabs auf dem TV gespiegelt wird:
      Das Hamburger Menü öffnen
      EZApp Hauptbildschirm mit Hamburger Menü
      EZMirror auswählen
      Weitere Möglichkeiten für den verbundenen Stick, darunter "EZMirror"

      Auf den ON Button tappen
      ON Button zum Initiieren des EZMirror-Funktion, wodurch die Verbindung zum WLAN des Sticks getrennt wird
      Auf dem TV erscheint jetzt folgender Screen und man hat insgesamt 60s Zeit „sich zu verbinden“.
      (Und hier war bei mir lange Schluss, weil ich nicht wusste, was ich machen soll…)Anzeige am TV, die auf Verbindung durch das Tablet wartet
  5. Auf dem Tablet verbindet man sich jetzt wieder mit seinem normalen WLAN (passiert auf dem Galaxy Tab automatisch)
  6. Und jetzt muss man in den Quick Settings „Smart View“ aktivieren!
    1. Statusleiste von oben hereinziehen und durch nochmaliges Runterziehen erweitern
      Vollständige Quick Settings mit "Smart View"
    2. Tappt man dann auf „Smart View“, erscheint für einige Zeit dieser Screen.
      Verbindungs-Screen für Smart View
      Nach ein paar Sekunden schließt der sich und man ist am Ziel.
      Netflix auf dem Tablet ist auf dem Fernseher gespiegelt

Lange Zeit bin ich nicht über Punkt 5 hinausgekommen. Man solle sich mit dem normalen Internet WLAN verbinden. Und danach mit der „SSID“ des Stick-WLANs. Aber leider stand da nirgendwo, wie man sich verbindet bzw. mit was man sich verbindet… Ich bin immer davon ausgegangen, dass es das Stick-WLAN ist, schließlich wurde am TV die SSID angezeigt. An dem Punkt hatte sich das Stick-WLAN aber immer schon deaktiviert. Ich bin halt drauf hereingefallen, dass die SSID noch für was anderes benutzt wurde, zu dem man sich auch verbinden kann…

Was mich zusätzlich immer sehr verwirrt hat, war die Frage, mit welchem WLAN bin ich gerade verbunden bzw. mit welchem sollte ich verbunden sein. Oder aber die Frage, warum ich in der EZCast App nicht alle Menüpunkte gesehen habe. Das lag dann immer daran, dass ich im normalem WLAN und die App nur mit dem Tablet verbunden war. Das sieht man nur leider nicht. Prüfen kann man das über diesen „nach-unten-Aufklapp-Pfeil“:

Icon zum Aufrufen der Liste verfügbarer Geräte

Hier müssen dann Tablet und Stick angezeigt werden und das EZCast Gerät ausgewählt sein (Voraussetzung: Tablet ist mit dem Stick-WLAN verbunden):

Liste der Geräte

Wie gesagt, das größte Problem war, dass mein Galaxy Tab mit Android 6 läuft und die ganzen Hilfen im Netz auf Android 4.1 basieren, und dass die App völlig anders aussieht, wenn sie auf einem Tablet statt eines Smartphones läuft.

Auf meinem Fairphone 1 mit Android 4.2.2 ist das ganze übrigens einfacher, da man viel mehr von den Screenshots aus dem Netz wiedererkennt. Außerdem öffnet sich im Schritt 6 automatisch der richtige Screen, der dann „Kabellose Übertragung“ heißt. Der findet sich ansonsten unter „Systemeintellungen > Gerät > Display > Kabellose Übertragung“.

[Update 14.11.2016 19:14]: Wenn erstmal alles läuft wie oben beschrieben, kann man es sich noch etwas bequemer machen:

  1. Zugriff auf den Stick per regulärem WLAN aktivieren
    1. Vom Tablet aus mit dem Stick-WLAN verbinden
    2. Die EZCast App starten
    3. Wie im Screenshot 4.2 das Hamburger Menü aufrufen und dann „Einstellung“ statt „EZMirror“ wählen
    4. Dann am TV an der Stelle, wo der Zugriff per default auf „direct only“ steht, stattdessen „Router allowed“ einstellen und mit OK bestätigen (man wird gewarnt, dass das die Latenz erhöht; muss man halt gucken, ob einen das mehr stört als das „Gehampel“ mit den unterschiedlichen WLANs)
    5. Ab jetzt kann man gleich die EZCast App starten + den Stick bedienen, ohne dran denken zu müssen, sich zuerst direkt mit dem Stick-WLAN zu verbinden (kann man aber weiterhin machen, wenn man will)
  2. Quick Settings auf dem Tablet umsortieren
    1. Die Statusleiste 2x herunterziehen zum Erweitern (sieht dann aus wie Screenshot 6.1)
    2. Dann auf „Bearb.“ tappen
    3. Anschließend das „Smart View“ Icon weiter nach vorne sortieren, so dass es schon bei 1x herunterziehen angezeigt wird

Fairphone Update auf 1.6 (Cherry) mit Unified Storage

Das Fairphone (First Edition) ist mein erstes Smartphone, es läuft unter Android 4.2.2. Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Gerät, von der Hardware könnte aber die Kamera besser sein.

Was mich aber ziemlich gestört hat, ist die Aufteilung des 16 GB großen Speichers, die nur 1 GB Platz für den internen Speicher lässt. Das hat zur Folge, dass ich diverse Apps wieder deinstallieren musste, weil sie einfach zu viel Platz weggenommen haben. Teilweise ließen sich aus Platzmangel einige Apps auch nicht mehr updaten. Es hat auch nichts genützt, so viel wie möglich in den Telefonspeicher zu verschieben. Einige dicke Brocken bieten diese Option leider erst gar nicht. Oder ich will nicht auf die zugehörigen Widgets verzichten.

Umso erfreulicher fand ich die Ankündigung „Software update v1.6 log – August 2014“. Neben den Korrekturen – die mir nicht so wichtig sind – kommt nun eine Option in den Fairphone Updater, mit dem man bequem auf „Unified Storage“ umstellen kann. Das bedeutet nichts anderes als eine Umpartitionierung, die den Unterschied zwischen internem und Telefonspeicher aufhebt. Das hätte man auch selbst schon manuell durchführen können, das war mir aber bisher zu viel „Gefrickel“.

Die Anleitung „How do I upgrade to the unified storage partition (for first edition Fairphone owners)?“ dazu enthält auch einen Link auf „How to backup and restore your Fairphone„, ein Thema, mit dem ich mich bisher noch nicht wirklich auseinandergesetzt hatte. Dort werden verschiedene Optionen beschrieben:

  1. Manuell
  2. Die eingebaute Sicherung und Wiederherstellung
  3. Drittanbieter-Apps

In der Vorbeiretung hatte ich aber auch eine Anleitung gefunden, welche das Backup über adb ermöglicht: „How to take full Backup of your Android without Rooting“.

Ich hatte mich entschieden, sowohl die eingebaute Sicherung und Wiederherstellung zu probieren als auch die Variante mit adb. Weil erstere am bequemsten klang und zweitere als Sicherungsnetz am vollständigsten. Bei der eingebauten Sicherung hatte ich alles zum Sichern ausgewählt. War easy und ging schnell. Das Backup per adb habe ich dann wie in der Anleitung gemacht und nebenbei laufen lassen. Und weil es selbst keinen Fortschritt anzeigt, habe ich hin und wieder mal die Größe der Sicherungsdatei geprüft. Nach etwa 3 Stunden waren es über 8 GB. Erst da wurde mir bewusst, dass auch der Inhalt der externen SD-Karte mitgesichert wird. Daraufhin habe ich abgebrochen, weil ich die 64 GB fast komplett mit Musik gefüllt habe. Das hätte ewig gedauert und wäre größtenteils umsonst gewesen, weil die externe SD-Karte ja gar nicht umpartitioniert wird.

Also musste eine anderes Sicherungsnetz her. Meine Wahl fiel auf Titanium Backup root, weil ich das schonmal auf einem Tablet benutzt hatte.

Nachdem ich nun zwei unterschiedliche Backups hatte, ging es an den Update-Prozess. Der dauert ja recht lange inkl. Neu-Installation der Google-Apps und dem etwas nervigen Optimieren aller Apps (insgesamt 3x: beim Update auf Cherry, beim Installieren der Google-Apps sowohl nach dem Update als auch nach dem Umpartitionieren). Aber dann hatte ich das neue Fairphone OS 1.4 und den Unified Storage. Schön! Nur leider nicht das Ende der Arbeit…

Dann folgte noch die Rücksicherung plus Nacharbeiten, die ich nur stichwortartig beschreiben will:

  1. Die eingebaute Sicherung und Wiederherstellung hat sich eigentlich kaum gelohnt, im Wesentlichen hat das nur die Fotos und Videos wieder hergezaubert. Dabei ist aber die Ordner-Struktur verlorengegangen, d.h. alle Bilder sind in „pictures“ gelandet. Ich habe danach größtenteils per Hand die alte Struktur mit z.B. „Kamera“, „Screenshots“ und eigenen thematischen Ordnern wiedergergestellt.
  2. Das Zurückspielen der Titanium Sicherung war sehr zeitaufwändig. Bei jeder App musste ich erstmal die Berechtigungen abnicken (mindestens ein Tap, manchmal meheere wenn die Liste zu lang war und ich erst – z.T. mehrfach – auf „Weiter“ tappen musste), dann jedes Mal ablehnen, dass Google die App überprüft, und dann nochmal auf „Fertig“. Bei insgesamt fast 100 Apps nervt das gewaltig. Einmal hatte ich auch nicht aufgepasst und auf „Abbrechen“ gertappt. Dann ging die Wiederherstellung nicht weiter und lies sich auch nicht ohne weiteres neu starten, weil angeblich schon ein Vorgang lief. Ich musste Titanium erst ganz beenden und neu starten, damit es weiterging.
  3. Danach hat es auch ziemlich gedauert, wieder alls Widgets und App-Icons so auf den Home-Screens anzuordnen, wie ich es vorher hatte. Dann noch den Bildschirmhintergrund, Benachrichtigungs- und Klingeltöne wieder konfigurieren, PIN für den Startbildschirm, Timeout bis Ruhezustand, Synchronisations-Einstellungen etc. pp.
  4. Und weil ich nicht aufgepasst und die Kontakte mit Bordmitteln wiederhergestellt hatte, waren die dann doppelt: einmal aus der Rücksicherung im Telefon und einmal in meinem owncloud-Konto. Gut, selber schuld. Also musste ich die auch wieder aufräumen. Zum Glück habe ich schnell gefunden, dass man über die Menü-Taste und „Kontakte zur Ansicht“ nur die anzeigen kann die auf dem „Telefon“ gespeichert sind. Doch beinahe hätte ich so zu viel gelöscht, denn bei der ganzen Prozedur waren nicht alle Kontakte doppelt in der Gesamtliste aufgeführt. Ziemlich viele waren „zusammengeführt“, ein Feature, das mir bis dato auch nicht bewusst war. Diese musste ich erst über „Bearbeiten“ und dann „Trennen“ in Telefon und Cloud Kontakt aufspalten, so dass ich dann den Kontakt im Telefon löschen konnte. Von diesen musste ich dann aber wieder einige erneut zusammenführen, weil sie z.B. auch in meine Threema-Kontaktliste enthalten sind. Das hier war sogar der größte Aufwand. Drei Kontakte hatte ich dabei irrtümlich auch aus der Cloud gelöscht, weil ich das Feature der zusammengeführten Kontakte noch nicht gekannt hatte. Zum Glück hatte sich die KDE Kontaktverwaltung auf meinem PC noch nicht neu synchronisiert, so dass ich dort die drei Kontakte als vCard exportieren und über mein owncloud Webfrontend wieder importieren konnte. Warum einige Kontakte zusammengeführt waren, andere aber nicht, habe ich nicht so recht verstanden. Ich kann es nicht mehr nachvollziehen, aber vielleicht waren nur die betroffen, die auch bei Threema in der Kontaktliste enthalten sind.

Gut, dass ich das alles an einem freien Tag gemacht habe… Es war zwar viel Arbeit, die vielleicht für den ein oder anderen Ottonormaluser nicht machbar gewesen wäre. Aber es hat sich m.E. doch gelohnt, denn jetzt hab ich nicht mehr nur 60 MB Platz für Apps, sondern 12 GB.